In Italien sollen gefährliche Leitplanken künftig besser gegen die Folgen von Stürzen mit Motorrädern abgesichert werden. Ein Dekret sieht Unterfahrschutz an Unfallschwerpunkten sowie an besonders riskanten Stellen vor. Dazu zählen laut tuningblog.eu unter anderem enge Kurven, Engpässe und Gefällstrecken. Das Vorhaben soll im April 2027 in Kraft treten.
Regel soll viele Straßen erfassen
Betroffen wären Straßen, die beim Bau für mindestens 70 km/h ausgelegt wurden oder werden. Damit fiele ein großer Teil der italienischen Landstraßen und Autobahnen in den Anwendungsbereich. Entscheidend wäre die ursprüngliche Auslegung der Strecke: Ein später eingeführtes Tempolimit, etwa auf 60 km/h, soll daran nichts ändern. Bei den meisten italienischen Landstraßen liegt die Auslegungsgeschwindigkeit demnach zwischen 70 und 100 km/h.
| Vorgabe | Angabe |
|---|---|
| Geplanter Start | April 2027 |
| Erfasste Auslegungsgeschwindigkeit | mindestens 70 km/h |
| Vorgesehene Stellen | Unfallschwerpunkte, enge Kurven, Engpässe und Gefällstrecken |
Einzelprüfung vor dem Einbau
Neue Straßen sollen von Beginn an mit den zusätzlichen Schutzsystemen ausgestattet werden. Für bestehende Strecken ist eine schrittweise Nachrüstung vorgesehen. Eine europaweit einheitlich homologierte Leitplanke mit Unterfahrschutz gebe es derzeit jedoch nicht, schreibt tuningblog.eu. Deshalb soll in jedem einzelnen Fall ein Gutachter die örtliche Gefahr bewerten, ein geeignetes System auswählen und den Einbau genehmigen.
- Der Gutachter soll die Situation direkt an der jeweiligen Straße analysieren.
- Er übernimmt mit seiner Unterschrift Verantwortung für die Auswahl und Freigabe des Schutzsystems.
- Für die Nachrüstung sieht das Dekret kein eigenes nationales Budget vor.
Finanzierung und Ausnahmen
Die fehlenden Mittel gelten als eine der Hürden bei der Umsetzung. Nationale und europäische Förderprogramme könnten nach dem Beitrag zur Finanzierung beitragen. Besonders für kleine Berggemeinden mit zahlreichen Kurven könnte es schwierig werden, ausreichend geeignete Fachleute zu finden.
Auf den Einbau darf die zuständige Straßenverwaltung verzichten, wenn besondere Umweltbedingungen oder Anforderungen an die Wartung dagegen sprechen. Als mögliches Beispiel werden Erdrutsche im Apennin genannt. Italienische Motorradverbände begrüßen den zusätzlichen Schutz grundsätzlich, sehen bei der praktischen Umsetzung aber ebenfalls offene Fragen.