Die blauen Säulen, die an deutschen Bundesstraßen am Fahrbahnrand stehen, dienen der Kontrolle der Lkw-Maut. Anders als häufig vermutet, handelt es sich nicht um neue Anlagen zur Geschwindigkeitsmessung. Die Polizei Westhessen hatte bereits im Juni 2019 auf diese Funktion hingewiesen.
Kontrolle seit der Ausweitung der Maut
Die Kontrollsäulen werden seit dem 1. Juli 2018 verstärkt aufgestellt. An diesem Tag wurde die deutsche Lkw-Maut auf sämtliche Bundesstraßen ausgeweitet. Zuvor galt sie nur auf Autobahnen und ausgewählten Bundesstraßen.
Technisch arbeiten die Säulen ähnlich wie die Kontrollbrücken auf deutschen Autobahnen. Kameras erfassen vorbeifahrende Fahrzeuge. Anschließend werden nicht mautpflichtige Fahrzeuge anhand ihrer Größe und der Zahl ihrer Achsen herausgefiltert. Dazu zählen laut der Polizei Westhessen normale Pkw.
- Kameras: Sie erfassen die vorbeifahrenden Fahrzeuge.
- Fahrzeugauswahl: Größe und Achszahl helfen bei der Unterscheidung.
- Mautprüfung: Bei Lastwagen wird kontrolliert, ob die Abgabe für die Strecke entrichtet wurde.
On-Board-Geräte liefern die Mautdaten
Im Mittelpunkt der Kontrolle stehen Lastwagen ab einem zulässigen Gewicht von 7,5 Tonnen. In diesen Fahrzeugen befinden sich entsprechende Geräte. Die Maut-Kontrollsäulen können die dort hinterlegten Angaben auslesen und damit prüfen, ob für die befahrene Strecke bezahlt wurde.
Aufnahmen von Fahrzeugen, die nicht mautpflichtig sind, werden laut der Polizei Westhessen automatisch gelöscht. Die Säulen erfassen sie zwar zunächst, beziehen sie aber nicht in die eigentliche Mautprüfung ein.
Blaue Farbe als Abgrenzung zu Blitzern
Auch die auffällige Farbgebung hat einen bestimmten Zweck: Die blaue Lackierung soll eine klare Unterscheidung zu klassischen Geschwindigkeitsmessanlagen ermöglichen. Trotzdem werden die Säulen von vielen Verkehrsteilnehmern weiterhin für neuartige Blitzer gehalten.