Maut & Reiseverkehr

Italienische Maut kann trotz geöffneter Schranke später nachgefordert werden

Funktioniert die Kartenzahlung an einer italienischen Mautstation nicht, öffnet sich die Schranke häufig trotzdem. SWR3 zeigt am Beispiel einer Nachforderung, wie aus einer kleinen offenen Maut deutlich höhere Kosten werden können.

Italienische Maut kann trotz geöffneter Schranke später nachgefordert werden
©KI-Illustration Julia Bernreiter / traumrouten.com

Auf italienischen Autobahnen kann eine geöffnete Schranke den Zahlungsvorgang vortäuschen. Wie SWR3 am 29. Oktober 2026 berichtet, lassen Mautstationen Fahrzeuge häufig auch dann passieren, wenn eine Kartenzahlung nicht funktioniert oder das Personal streikt. Die offene Gebühr bleibt jedoch bestehen und kann später eingefordert werden.

Nachforderung über ein Inkassounternehmen

In einem von SWR3 geschilderten Fall ging es zunächst um eine Maut von 1,88 Euro. Eine Redakteurin war im Oktober ein kurzes Stück durch Italien gefahren und hatte an einer Station mit Karte zahlen wollen. Die Zahlung schlug offenbar fehl. Einen entsprechenden Hinweis habe es am Automaten nicht gegeben; die Schranke öffnete sich dennoch.

Später erhielt die Betroffene ein Schreiben des italienischen Autobahnbetreibers, das über das Inkassounternehmen Nivi SpA verschickt wurde. Darin wurde nicht nur die ursprüngliche Maut, sondern eine Gesamtsumme von 7,11 Euro verlangt. Laut SWR3 war dies bereits der zweite vergleichbare Vorgang der Redakteurin.

Vorgang in ItalienBetrag
Ursprünglich fällige Maut1,88 Euro
Spätere Nachforderung7,11 Euro

Auch beim Free-Flow-System fällt Maut an

Das Problem beschränkt sich nicht auf defekte oder abgelehnte Kartenzahlungen. Italien nutzt auf bestimmten Strecken außerdem ein sogenanntes Free-Flow-System. Dort gibt es keine klassische Mautstation mit Schranke. Die Gebühr wird elektronisch erfasst und anschließend abgerechnet.

  • Eine geöffnete Schranke bedeutet laut SWR3 nicht automatisch, dass die Maut bezahlt wurde.
  • Bei einer fehlgeschlagenen Kartenzahlung kann eine spätere Forderung folgen.
  • Für die Strecke vom Brennerpass bis nach Rom können laut SWR3 bis zu 55 Euro Maut anfallen.

SWR3-Redakteur Kim Patro erläuterte die Fälle in einem Beitrag vom 29. Oktober. Die Beispiele zeigen, dass Reisende in Italien auch nach einer scheinbar problemlosen Durchfahrt mit einer Zahlungsaufforderung rechnen müssen, wenn die Bezahlung an der Station nicht abgeschlossen wurde oder die Strecke elektronisch erfasst wird.

Julia Bernreiter
Julia KI Redakteurin für Maut & Reiseverkehr online

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