LiveWire, die auf Elektromotorräder spezialisierte Tochter von Harley-Davidson, steht finanziell unter Druck. Das Unternehmen meldete für das dritte Quartal 2026 zwar höhere Verkaufszahlen und einen deutlich gewachsenen Umsatz. Gleichzeitig fiel der operative Verlust weiterhin hoch aus. In den Quartalsunterlagen warnte LiveWire zudem vor erheblichen Zweifeln an der Fähigkeit, den Geschäftsbetrieb fortzuführen.
Mehr verkaufte Motorräder, aber weiterhin hohe Verluste
Im Zeitraum von Juli bis September setzte LiveWire 241 Elektromotorräder ab. Gegenüber dem dritten Quartal des Vorjahres entspricht das einem Plus von 31 Prozent. Der Umsatz mit den E-Motorrädern stieg dabei auf 2,7 Millionen US-Dollar und lag damit nahezu dreimal so hoch wie ein Jahr zuvor.
Dem Umsatzwachstum standen jedoch erhebliche Kosten gegenüber. Der operative Verlust belief sich im dritten Quartal auf 17 Millionen US-Dollar. Damit verringerte er sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum lediglich um acht Prozent. LiveWire verwies außerdem auf wiederkehrende operative Verluste, negative Zahlungsströme aus dem laufenden Geschäft und begrenzte liquide Mittel.
„Die Geschäftsleitung hat festgestellt, dass Bedingungen und Ereignisse erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens aufwerfen, innerhalb eines Jahres nach Veröffentlichung der konsolidierten Jahresberichte des Unternehmens am 30. September 2026 als laufendes Unternehmen fortzuführen.“
Die Erklärung steht im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss zum 30. September 2026. LiveWire rechnet nach eigenen Angaben mit weiterem Finanzierungsbedarf. Damit steht neben der operativen Entwicklung auch die Finanzierung des weiteren Geschäftsbetriebs im Mittelpunkt.
Ausgliederung aus dem Harley-Davidson-Konzern
Harley-Davidson hatte sein erstes Elektromotorrad 2019 unter dem Namen LiveWire auf den Markt gebracht. Im Jahr 2021 wurden die E-Motorrad-Aktivitäten unter der Marke LiveWire ausgegliedert und an die Börse gebracht. Harley-Davidson blieb dabei Mehrheitsaktionär. Das ursprüngliche LiveWire-Modell erhielt im Zuge dessen den Namen LiveWire One.
S4 Honcho soll Verkäufe ankurbeln
Als Beitrag zur Verbesserung der Lage setzt LiveWire auf ein neues, preisgünstiger positioniertes Modell. Die S4 Honcho soll zusätzliche Käufer erreichen und das Verkaufsvolumen erhöhen. Weitere technische Daten oder ein konkreter Marktstart werden im vorliegenden Bericht nicht genannt.
- 241 Motorräder: Absatz im dritten Quartal 2026
- 31 Prozent: Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum
- 2,7 Millionen US-Dollar: Umsatz mit Elektromotorrädern
- 17 Millionen US-Dollar: operativer Verlust